Der Verein

Der Hirtenhaus-Verein

Der unzureichende Wohnstandard führte dazu, dass das Haus ungenutzt zu verfallen drohte, denn Sanierungen wurden seitens der Stadt nur in geringstem Maße durchgeführt.

Das Hirtenhaus vor der Übergabe an den Förderverein
Efeu wächst ins Innere
Küche im westlichen Teil

Um dem entgegen zu wirken, wurde der Förderverein mit dem Ziel gegründet, den Zerfall des Hirtenhauses aufzuhalten. Ende 1993 traf man sich zum ersten Mal zu einer Mitgliederversammlung, am 30.01.1994 zur 1. Vorstandssitzung, 1995 erfolgte der Eintrag als gemeinnütziger Verein in das Vereinsregister.

Gleichzeitig wurde das Landesdenkmalamt für dieses Anliegen gewonnen und das Haus als Zeugnis der Wirtschafts- und Sozialgeschichte als Kulturdenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes zu erhalten. Nach einer Expertise des Landesdenkmalamts sollten Bestandssicherungsmaßnahmen und Sanierungen so behutsam wie möglich ausgeführt werden, um die Authentizität weitestgehend zu erhalten, es sei darüber hinaus nicht wünschenswert, einen hohen Ausstattungsstandard anzustreben.

Mit diesen denkmalpflegerischen Auflagen wollte man gleichzeitig verhindern, dass das Hirtenhaus an Private verkauft wird, unter anderem auch wegen der fragwürdigen zukünftigen Nutzung zu Wohnzwecken.

Ende 1995 kam es zu einer freudigen Wendung in dem länger andauernden Hickhack um das denkmalgeschützte Haus.

Der Architektenfamilie Kohlbecker war das Hirtenhaus ans Herz gewachsen, sie kaufte es der Stadt Gaggenau nebst Grundstück für 50.000 DM ab und schenkte es dem Verein.

Mit der Unterschrift unter die notarielle Schenkungsurkunde war der „Förderverein Michelbacher Hirtenhaus“ – inzwischen als gemeinnützig anerkannt – nun stolzer Eigentümer des Fachwerkgebäudes.

Mit der Schenkung war die Auflage verbunden, das Dach und die Außenwände innerhalb der folgenden 2 Jahre und die Sanierung der restlichen Gebäudeteile innerhalb von 10 Jahren abzuschließen.

Darüber hinaus bestand die Verpflichtung, die Nutzung des Gebäudes mit dem Ortschaftsrat Michelbach einvernehmlich und auf Dauer festzulegen.

Mit bis heute insgesamt über elftausend ehrenamtlichen Arbeitsstunden und Investitionen von über 110.000,- €  aus Spenden und öffentlichen Fördergeldern, schaffte es der Verein im vereinbarten Zeitraum, das Haus grundlegend zu sanieren.

Das Dach wurde 1997 komplett geöffnet, die Dachziegel deponiert, schadhafte Sparren, Balken und Pfetten ersetzt sowie die Brettverschalung komplett neu aufgebracht.

1997 fleißige Mitglieder bei der Dachsanierung

Das Projekt wurde materialmäßig komplett durch Spendengelder finanziert, zwei Zimmergeschäfte, eine Blechnerei und ein Dachdeckerunternehmen aus Gaggenau haben ihre Leistungen kostenlos zur Verfügung gestellt, die Firmeninhaber arbeiteten sogar selbst mit. Allein diese Maßnahmen schlugen mit ca. 60.000 DM zu Buche, aber der erste wesentliche Schritt war somit geschafft, das Dach war dicht.

In 1999 wurden die Fenster komplett neu eingebaut, nicht ohne umfangreiche Abstimmungen mit dem Landesdenkmalamt, das bei jedem einzelnen Fenster die Sprossen- und Rahmengestaltung anhand der dokumentierten Vorlagen überprüfte und freigeben musste.

Fensterdetail vorher
Fensterdetail nachher

Dann musste die Fassade des Hauses vorwiegend mit Lehmputz, dem ursprünglichen Baumaterial für die Gefache, erneuert werden, anschließend mit Kalkputz, was 2001 abgeschlossen werden konnte. Der Einbau einer Toilette, Erd-, Kanalisations- und Drainagearbeiten sowie Grundinstallation der Elektrik schlossen sich an.

Das Hirtenhaus mit neuen Fenstern vor dem Verputzen

2003 wurde die Stützmauer und die damit verbundene Sitzterrasse direkt oberhalb des Michelbachs fertiggestellt, ein weiteres idyllisches Alleinstellungsmerkmal.

Inzwischen sind die weiteren Detail-Ausbauarbeiten, immer auf Grundlage des 2000 vorgelegten und abgestimmten Nutzungskonzeptes umgesetzt, das Haus und seine Räumlichkeiten stehen nun für verschiedenste Zwecke zur Verfügung.

Nutzungskonzept – Plan und Realisierung

In 2000 wurde im Rahmen des „Tag des offenen Denkmals“ das Hirtenhaus der Bevölkerung zum ersten Mal zur Besichtigung geöffnet. Hier war auch die Meinung der Besucher zur künftigen Nutzung gefragt und anschließend ausgewertet.

Die meisten Meinungsäußerungen gingen dahin, das Haus allgemein der Dorfgemeinschaft zur Verfügung zu stellen mit teils konkreten Vorschlägen wie Vereinstreffs, Vorträge, private Feiern, Hobbyausstellungen, Lesungen und Musizierabende.

Die Nutzung in 2000 konnte aufgrund der noch fehlenden Ausstattung wie Sanitäranlagen, Böden, Decken und Isolierungen nicht unmittelbar starten, auch aus finanziellen Gründen war der Zeitplan bis zur Realisierung dieser Ideen noch offen.

In 2001 erfolgte dann der endgültige Beschluss des Nutzungskonzepts:

„Der Wert als Denkmal muss bei der Sanierung und zukünftigen Nutzung berücksichtigt werden. Der östliche und mittlere Teil des Gebäudes soll nach entsprechender Sanierung für kulturelle und soziale Zwecke genutzt werden. Ohne wesentliche bauliche Veränderung stehen dafür im Erdgeschoss eine Fläche von ca. 50 qm und als Giebelgalerie 20 qm zur Verfügung. Nebenräume von ca 26 qm könnten für den Einbau einer kleinen Küche und einer Toilette verwendet werden.

Die so entstehende Aufteilung könnte als einmaliges Ambiente für Veranstaltungen folgender Art dienen:

Vorträge, Kurse, Lesungen, Ausstellungen für Künster der Region, Ausstellungen zur Geschichte, Flora, Fauna, Ökologie etc., als Probenraum für kleinere Musikgruppen, Bands, Kammerorchester (insbesondere Jugendmusik- und vereinsungebundene Gruppen), Treffpunkt für kleinere Gruppen ohne eigene Räumlichkeiten (Schach, Sammler, Bastler), Geselligkeit, zum Beispiel offener „Rentnertreff“, Veranstaltungen von Jugendgruppen, Spielangebote für Kinder,  Vermietung für private Feiern, auch Vereinsveranstaltungen in entsprechender Größenordnung, Einrichtung eines „Sommercafés“ oder einer „Besenwirtschaft“ beschränkt auf wenige Sonntage im Jahr, um eigene Einnahmen zu erwirtschaften, auch an kommerzielle Anbieter durch tageweise Vermietung.“

Einige der Nutzungsvorschläge wurden schon sehr früh in die Tat umgesetzt.

Schon im September 2001 organisierten die Mitglieder das erste „Hirtenhausfest“ mit musikalischer Unterhaltung und Kutschfahrten.

Konzert des Quantz-Collegiums 2002

Im Juli 2002 wurde bereits kurz nach Fertigstellung des noch rohen Bodens zu einem Benefiz-Konzert von Mitgliedern des renommierten Quantz-Collegiums von Schloss Favorite eingeladen, dessen Einnahmen zugunsten der weiteren Sanierung eingesetzt wurden.

Ein Ort der Begegnung

Die Sanierungsarbeiten sind in den Haupträumen vollständig abgeschlossen, optische Renovierungen stehen im Vordergrund, Nebenräume werden sukzessive auf den heutigen baulichen und technischen Stand gebracht.

Das Hirtenhaus 2019

Heute kann das Hirtenhaus für vielfältige Zwecke genutzt werden. Neben den traditionellen Veranstaltungen des „Sommerfestes“ und des „Adventsmarkts“ wird das Hirtenhaus regelmäßig für kulturelle Zwecke wie Ausstellungen aller Art, für Konzerte von Klassik über Volksmusik bis Rock genutzt.

Siehe aktuelle Veranstaltungen

Familien- und Vereinsfeiern

Das Hirtenhaus ist auch für private Veranstaltungen und Vereinsfeiern zu mieten.

Ob private Familienfeier (Taufe, Kommunion, Hochzeit, Geburtstage), Jubiläumsfeier, Vereins- oder Firmenfeier, in den gemütlichen historischen Räumlichkeiten und auf der romantischen Gartenterrasse direkt oberhalb des rauschenden Michelbachs oder im Winter behaglich am geheizten Kachelofen, es bestehen vielfältige Möglichkeiten.

Dekoration für eine Hochzeit

Zur Verfügung stehen mehrere Aufenthaltsräume, eine gut ausgestattete Küche, Backofen und Geschirr für rund 50 Personen.

Die Küche

In der separaten Spülküche befinden sich eine Gastronomie-Spülmaschine und getrennte Kühlschränke für Speisen und Getränke.

Eine Grundgebühr für die Nutzung des Hirtenhauses wird erhoben, das für die Beheizung notwendige Holz wird vom Verein zur Verfügung gestellt.

Wir sind offen für neue Ideen und würden uns freuen, neue Mitstreiter zur weiteren Planung sowie Durchführung von Veranstaltungen im Verein begrüßen zu können.

Kontakt und weitergehende Informationen: Vermietung

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